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Carl Welkisch » Einsichten

Bereits im Jahre 1927 veröffentlichte Carl Welkisch sein erstes Buch „Vergeistigung”, in dem er seine Einsichten über das Wesen des Menschen und seinen Entwicklungsweg beschreibt. 1957 erschien die überarbeitete und erweiterte Fassung unter dem Titel „Im Geistfeuer Gottes”, in welchem sich auch die Gottvater-Erlebnisse und -Ansprachen wiederfinden. In überarbeiteter und gestraffter Fassung erschien 1979 eine Neuausgabe dieses Buches, erweitert um die Erlebnisse der späteren Jahre. Es fand seine Ergänzung in dem Buch „In den Fussstapfen Christi”, worin die letzten Jahre bis zu seinem Hinübergang beschrieben werden. Ebenfalls erst nach seinem Hinübergang erschien sein Buch „In der Liebesglut Gottes”. In diesem Werk beschreibt er die im Zusammenhang mit der Leibesvergeistigung stehende Aufgabe der Sexusvergeistigung. Als Mystiker sollte er die Sexualität nicht unterdrücken, sondern leben und umwandeln. Er folgte dabei ausschliesslich der göttlichen Liebe und dem göttlichen Willen. Die Liebe Gottes, die er als Mystiker in besonderer Weise aufnehmen konnte, sollte er einem anderen Menschen weiterleiten. Dadurch setzte bei diesem eine entscheidende Hinwendung zu Gott ein.Wesentlich ist in jeder zwischenmenschlichen Begegnung nicht das äussere Geschlecht, sondern einzig, wie von Christus und Gottvater immer wieder hervorgehoben wurde, dass der Mensch sich bemüht, sein Gegenüber selbstlos zu lieben. Dann sind die Liebenden innerlich auch immer mit Gott verbunden und die Herzensliebe wird die Sexualität mehr und mehr durchdringen und das Triebhafte verwandeln. Dadurch werden sich beide mit der Zeit aufwärts entwickeln.

Nach den Einsichten Carl Welkischs besteht der Mensch aus den drei Wesensschichten Geist, Seele und Leib.

Der individuelle Geist ist die ursprüngliche Schöpfung Gottes und der eigentliche Träger der Persönlichkeit, „Geist vom Geiste Gottes”. In Ausübung der uns von Gott zum Geschenk gemachten Willensfreiheit haben sich viele Geistwesen bereits vorgeburtlich in der geistigen Präexistenz von der Liebe Gottes entfernt (Sündenfall im Paradies). Dadurch hat die Ebenbildlichkeit mit Gott eine mehr oder minder grosse Einbusse erlitten. Durch den - nach der Erfahrung Carl Welkischs - nur einmal möglichen Weg durchs irdische Dasein in voller Eigenständigkeit kann der Mensch die verlorene geistige Stufe wiedererlangen.

Die Seele ist ein feinstofflicher Körper, der im Aussehen unserem materiellen Körper gleicht. Unser vordergründiges Fühlen und Denken ist in der Regel seelisch bestimmt, nur in Momenten der tieferen Liebe, des innerlichen Erhobenseins oder auch als Stimme seines Gewissens wird der Geist spürbar. Die menschliche Seele ist - so Carl Welkisch im Einklang mit den Mystikern Jakob Böhme und Jakob Lorber - die Endstufe einer Aufwärtsentwicklung des Seelischen vom Mineral-, Pflanzen- und Tierreich bis hoch zur Seele des Menschen. Diese Seelenwanderung ist nicht zu verwechseln mit der Wiedergeburt oder Reinkarnation.

Der Leib ist unser sichtbarer Körper. Ohne ihn und ohne das Bindeglied der Seele könnte der Geist in dieser Welt nicht wirken. Der irdische Leib ist unveräusserlicher Bestandteil der Gesamtpersönlichkeit „Mensch” und als solcher genauso wie die Seele zur Vergeistigung und Auferstehung berufen. Das bedeutet, dass die Materie wieder ins Geistige erhoben und zurückgeführt werden soll.

Geist, Seele und irdischer Leib sollen durch den Prozess der Wiedergeburt, in dem die Gottesliebe von innen nach aussen den ganzen Menschen durchdringt und heiligt, zu einer Einheit verschmelzen. Diese Entwicklung vollzieht sich hier im Irdischen bei fast allen Menschen gottgewollt nur bis zu einer gewissen Stufe. Das, was im Erdenleben nicht erreicht wird, kann der Einzelne im Jenseits mit göttlichem Beistand allmählich nachholen.

Carl Welkischs von Gott erteilte Aufgabe war es, die Einheit von Geist, Seele und Leib schon in seinem Erdenleben zu erreichen, die er auch als Vergeistigung von Seele und Leib bezeichnete. Er ist damit ein Bahnbrecher für die heutige Zeit und für künftige Generationen. Es ist das Ziel, dass der Rückweg zu Gott durch seine Wegbereitung leichter und schneller vonstatten gehen soll. Er sollte keine neuen Lehren bringen, auch keine neue Gemeinschaft in irgendeinem Sinne gründen. Das Aussergewöhnliche und vollkommen Neue bestand darin, schon zu Lebzeiten die göttliche Liebe bis ins Äusserste der Materie zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen. So wurde er ­ als Stellvertreter der Menschheit vor Gott ­ fähig zum Erleben Gottvaters in der Materie des irdischen Leibes.

Carl Welkisch Jeder einzelne Mensch trägt alle Elemente der Schöpfung in sich. Aufgabe des Menschen ist es, in voller Freiheit und Eigenständigkeit die Gottesliebe in sich aufzunehmen, wie dies Carl Welkisch als Mystiker erlebte. Er soll sich vergeistigen, um damit die gefallene Schöpfung erlösen zu helfen. Gott braucht die Mitwirkung des Menschen, um die Schöpfung aus ihrem gottfernen Zustand zu erlösen. Genauso aber braucht der Mensch Gott und dessen erlösende Liebe, um selbst zu einem echten Gotteskind heranreifen zu können.

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